Wir schreiben das Jahr 1940. Eine Zeit, in der der Rauch der Zigaretten, an denen die Menschen zogen, sowohl am Tag als auch in der Nacht durch die Straßen wehte. Um die Angst zu betäuben. Die Musik, ja sie, die war laut, hart und kratzig, und die Sorge groß unter den Menschen. Es herrscht Krieg auf der Welt. Wir befinden uns mitten im schlimmsten menschlichen Verbrechen der Erde. Eine Zeit, wie es sie hoffentlich so nie wieder geben wird. Doch mitten in dieser Zeit, im Jahre 1940, erfand eine Frau den Anfang von etwas Bahnbrechendem. Den Startschuss zu dem meistgenutzten unsichtbaren Werkzeug der neuzeitlichen Welt: das WLAN. Etwas, das unser aller Leben mehr beeinflusst, als wir manchmal wollen.
Hedy Lamarr war zu ihrer Zeit eine sehr bekannte Persönlichkeit. Geflohen von ihrem Mann, der nicht nur ein steinreicher Nazi, sondern definitiv auch kein Feminist war und sie förmlich in seinem Luxus einsperrte, baute sie sich ein neues und selbstbestimmtes Leben auf – so weit die Umstände es ihr möglich machten. Sie hatte es satt, unterdrückt zu werden von einem Mann, der ständig über Würde und Waffen sprach und eigentlich weniger davon verstand als sie. Tomatenroter, matter Lippenstift, schwarze, wellige, voluminöse, schulterlange Haare, eine spitze, gerade Nase und tiefliegende dunkle Augen machten sie unter anderem bekannt als „schönste Frau der Welt“. Doch sie war nicht nur sehr schön, sondern auch extrem schlau. Sie ließ sich nichts gefallen, vor allem nicht von Männern, womit sie vielen Frauen in der Zeit voraus war. Hedy Lamarr wusste schon immer, dass einiges seltsam an der Gesellschaft ist, und hatte ihre eigenen, aus damaliger Sicht „bizarren“ Vorstellungen der Dinge.
Überzeugt von ihrer Erfindung ging sie zur Navy. Die lehnte die Idee aber sofort ab. Sie ist eine Frau. Frauen können nicht denken. Und so verstaubte die Idee dann irgendwann zwischen vielen weiteren. Bis sie wiedergefunden wurde – doch schon von Anfang an machte der Finder nicht klar, dass die Idee eigentlich von Hedy stammte. Wie gesagt: Frauen können nicht eigenständig denken. Erst viel zu spät, nach dem Krieg, bekam sie die Anerkennung für ihren Erfolg und ihren verdienten Preis. Doch nie, nein, nie eine Entschuldigung. Und warum? Weil Frauen auch heute immer noch von Männern oft als weniger wertvoll wahrgenommen werden. Wir Frauen, wir sind zart, hübsch, zierlich und am besten sind wir gehorsam und niemals widerborstig. Nein, niemals widersprechend. Man kann uns benutzen, aber nie verstehen. Denn wenn wir uns dann mal wehren, dann sind wir hysterisch oder übertreiben. Hedy ist das perfekte Beispiel für die Unterdrückung der Frau in der Gesellschaft. Und in einer Zeit, in der wir uns dank einer Feministin überall vernetzen können, wird dennoch versucht, den Feminismus zu unterdrücken. Somit auch unsere Stimmen. Ihr Beispiel ist nur eines von Tausenden, in denen Frauen das Denken abgesprochen wird. Und die Dunkelziffer wird noch viel größer sein als die Zahl der Erfindungen und Ideen, die inzwischen bekanntermaßen von Frauen stammen.
Das wohl Interessanteste an dem Ganzen ist, dass die Dinge, die für den weiblichen Körper gemacht sind, oft nicht von Frauen erfunden wurden, so wie z. B. Tampons oder BHs. Das zeigen sämtliche Studien, die beweisen, dass die meisten Produkte für Frauen definitiv nicht für den weiblichen Körper geeignet sind, sondern meistens nur zur Schönheit der Frau beitragen. Doch wie auch Hedy wieder gut zeigt, sind wir Frauen nicht nur hübsch, sondern genauso klug wie Männer: genauso stark, genauso schlau und genauso vielfältig. Und ehrlich gesagt macht es mich wütend, das Gegenteil zu behaupten, wo jeder Mensch von einer Frau abstammt und fast ihr ganzes Leben wegen dieser Gabe leidet. Deswegen möchte ich mit meinem ersten Artikel in diesem Blog auf genau dieses wichtige Thema aufmerksam machen. In der Hoffnung, vielleicht ein paar Menschen zu erreichen und ihnen zu zeigen, dass wir alle gleich sind. Egal welches Geschlecht, welche Hautfarbe, Sexualität, Herkunft, Religion, politische Meinung oder auch welches Aussehen. Am Ende fließt in uns allen dasselbe Blut.
Ich bin Svea Lambert, und das war mein Artikel über Selbstbestimmung, Verrat und die Frau in der Gesellschaft.
Einen schönen Abend, einen schönen Morgen und einen schönen Tag.
Das WLAN und wie es geklaut wurde